Über uns

Über uns

Hier erfahren Sie alle wichtigen Informationen zu unserer Geschichte und Entstehung des Vereins. Wir stellen Ihnen unsere Werte und unseren Leitsatz vor und geben Ihnen wichtige Informationen zu unserem Schutzpatron St. Sebastianus.

SBS Werlte - Wir sind

Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft ist ein gemeinnütziger Verein zur Pflege des Sportschießens, der Jugendarbeit und des traditionellen Schützenwesens.

Wir sind Mitglied in folgenden Organisationen:

1. Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V., Am Kreispark 22, 51379 Leverkusen (unmittelbares Mitglied)

Struktur:
Diözesanverband Münster
Landesbezirksverband Oldenburger Münsterland / Hümmling
Bezirksverband Hümmling-Friesoythe-Löningen 

2. Kreisverband Schützenkreis Hümmling
Südstraße 22, 26901 Rastdorf


Unser Leitsatz lautet: "für Glaube, Sitte, Heimat".

Copyright (Gerhard Schlüter, Schützenbruderschaft Gehrden)

Glaube

Glaube bedeutet auch aktuell: den Versuch einer Nachfolge des Lebensmodells eines Jesus Christus. Der für uns Beispiel gegeben hat für viele traditionelle Werte, die (...) wieder an Bedeutung gewinnen werden. Darunter verstehe ich neben dem Bekenntnis zur Kirche auf Werte wie Zuverlässigkeit, Vertrauen auf Gegenseitigkeit, Rückgrat, Toleranz, Verständnis und Bereitschaft zum Verstehen und Handeln. Es kommt auf die Verantwortlichen an, diese Werte beispielhaft zu leben und alle Schützenschwestern und -brüder anzuregen, eine Gemeinschaft zu pflegen, in der diese Werte gelebt werden.

Sitte

Sitte ist keine überholte Moralvorstellung der "Ewig-Gestrigen". Vielmehr bedeutet Sitte das menschliche Miteinander: In der Familie, in der Nachbarschaft, in der Schule, im Beruf, im Verein. Sitte bedeutet nämlich Rücksichtnahme und Verständnis. Sitte, das ist überzeugtes Tun und Wirken in einer - und für eine - humane Gesellschaft.

Heimat

Heimat, das ist der Ort, wo wir geboren und aufgewachsen sind. Es ist der Ort, wo wir leben, "Heimat" gefunden haben und uns wohl fühlen. Es ist der Ort, wo uns die Schöpfung Gottes reich beschenkt hat. Deswegen ist es unsere Aufgabe, Umwelt und Natur (...) zu erhalten, zu pflegen. Denn wir haben diese wertvollen Geschenke erhalten, um uns daran zu erfreuen. Dies geht mit der Verpflichtung einher, diese Schönheiten der Natur und des Lebens nicht zu verbrauchen, sie vielmehr als Erbe zu verstehen, das sorgsam verwaltet werden muss. Denn uns folgen Generationen, denen ebenfalls Aufgaben zufallen im Sinne des Erhaltens zum Zwecke der ordentlichen Weitergabe an die jeweils weiter folgende Generation.

SBS Werlte - Geschichte

Ursprung und Wesen der Schützenvereine

Das Schützenwesen hat seinen Ursprung in den zunftartigen Vereinigungen des 13. Jahrhunderts. Die Dörfer hatten im Allgemeinen keine Befestigungsanlagen und waren bei Überfällen den feindlichen Freibeutern oder Landsknechten schutz- und hilflos ausgeliefert.
Zur Beendigung dieser Schutz- und Hilflosigkeit hielt das Schützenwesen im Laufe der Zeit auch in die Dörfer Einzug, die eine Gemeinschaft von wehrfähigen Männern bilden konnten.
Damit eine erfolgreiche Verteidigung sichergestellt wurde, übten diese bei regelmäßigen Zusammentreffen den Umgang mit den Waffen.

Gegen Ende des 14. und Beginn des 15. Jahrhunderts etablierten sich in Deutschland zusätzlich zu den ursprünglichen Schützen kirchliche Bruderschaften.
Es handelte sich um eine Entwicklung, die auf eine aus Flandern kommende Bewegung zurückzuführen ist und die insbesondere Werke der christlichen Nächstenliebe propagierte.
Der kirchliche Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Zahlreiche bis heute erhaltene Traditionen und sogar auch Bruderschaften hätten die Wirren der Jahrhunderte gar nicht überstanden, wäre nicht die enge und tiefgläubige Bindung an die Kirche gewesen.

Zu den Aufgaben der Schützenbruderschaften gehörte es (und gehört es heute noch), ihre Mitglieder zu einem wirklich christlichen Leben anzuhalten und sie auch zur geselligen Zusammenkunft zu vereinigen. Die Bruderschaften forderten von den Schützenbrüdern Gebetsübungen, Almosengaben, Dienst an den Armen, Opfer und Spenden für den Gottesdienst, Sorge für den kranken Menschen, Sorge für das christliche Begräbnis, also Werke der christlichen Nächstenliebe.

Entwicklung der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Werlte e.V.

Leider gibt es keine exakten Aufzeichnungen über den Beginn des Schützenwesens in Werlte.Am 27.05.1848 stellten einige Werlter Bürger beim Landratsamt in Sögel den Antrag, ein Scheibenschießen abhalten zu dürfen. Dieses Scheibenschießen ist offensichtlich nicht durchgeführt worden, da der Antrag zurückgenommen wurde.Der erste nachweisbare König - Johann Koop - wurde im Jahre 1854 ausgeschossen. Daher wird dieses Jahr als das Gründungsjahr der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Werlte angenommen.Man kann aber sicherlich davon ausgehen, dass bereits vor dieser Zeit ein Schützenwesen in Werlte praktiziert wurde.
So wird sich auch wohl in Werlte eine sogenannte Schutzgemeinschaft bereits in der frühesten Neuzeit gebildet haben, um sich im Dreißigjährigen Krieg des Raubens und Plünderns durch umherziehende Banden zu erwehren. Auch die napoleonische Fremdherrschaft (1810-1813) sowie die Freiheitskriege mögen die Bürger der Dorfgemeinschaft veranlasst haben, sich selbst schützen zu müssen.
Das "Schützenfest" wird sich wohl aus dem jährlichen Fest der wehrfähigen Männer gebildet haben, die dabei den besten Schützen ausschossen (Schützenkönig).Die Werlter Kirchenchronik berichtet, dass Ende des achtzehnten Jahrhunderts der damalige Pfarrer in Werlte (Bothe) bei seiner vorgesetzten Kirchenbehörde angeschwärzt wurde. Er sei am Pfingstsonntag mit der männlichen Pfarrjugend außerhalb des Dorfes gegangen zum "Scheibenschießen".
Schießen war eben in der französischen Besatzungszeit verboten. Der genannte Pfarrer Bothe rechtfertigte (so der Chronist) sich bei seinem Bischof damit, er hielte es für besser, hinauszuziehen mit den Burschen zum Scheibenschießen, als wenn sie sonst auf eigene Faust allerlei Unfug trieben und "herumstöberten".Es muss sich dann in den Jahren 1854/1855 offiziell in Werlte ein "Schützenverein" gebildet haben, denn mit Datum vom 29.07.1855 wurden dem Landratsamt in Sögel die Statuten zum Schützenfeste in Werlte zugeleitet.Im Jahre 1933 nach der Machtergreifung durch das NS-Regime wurde auch das Vereinsleben reglementiert nach der Ideologie des Nationalsozialismus. In den Versammlungen vom 29.05.1933 und vom 02.06.1933 wurde das bisherige Schützenkomitee / der Schützenvorstand aufgelöst und ein Schützenverein gegründet. Der neue Verein wurde beim Registergericht eingetragen. Mit Beginn des II. Weltkrieges im September 1939 wurde die Vereinstätigkeit eingestellt.Als der schreckliche Krieg im Mai 1945 sein Ende nahm, viele Häuser in Werlte zerstört waren, die Kirche ausgebrannt und das Dorf von den alliierten Siegermächten besetzt war, dachte zunächst niemand an das Feiern eines Schützenfestes. Im Übrigen wurden die Vereinigungen von Schützen durch die Siegermächte aufgelöst.Nach der langen Zeit der Entbehrung während des II. Weltkrieges und den ersten Jahren der Besatzungszeit wurde aus der Bevölkerung der Wunsch laut, doch wieder ein Volksfest im Sinne der bisherigen Volksschützenfeste feiern zu können.Auf Initiative des Pfarrers Windus wurden sodann im Jahre 1947 die ersten Schritte zur Neu-Gründung eines Schützenvereines unternommen.Es sollte aber kein "normaler" Schützenverein sein, sondern, nach dem Vorbild der im Rheinland bereits ansässigen Schützenbruderschaften, eine christliche Vereinigung von Schützen in Anlehnung an die Kirche entstehen, und zwar unter dem Dachverband des "Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften" der sich über die Diözesanverbände Aachen, Essen, Köln, Münster, Paderborn und Trier erstreckt.Pfarrer Windus hatte damit die erste und bis heute noch einzige Schützenbruderschaft in der Diözese Osnabrück gegründet.Der Namensgeber unserer Bruderschaft ist der Heilige Sebastianus, der Schutzpatron aller Schützen.
Als Leitsatz haben die Schützen die christlichen Werte in drei Worte gefasst und auf ihre Fahnen geschrieben: "Glaube, Sitte und Heimat"Sind diese Ideale überholt? Sie mögen heute in unserer Gesellschaft nicht mehr überall mehrheitsfähig sein. Wir sind aber davon überzeugt, dass sie für uns Menschen und unsere Gesellschaft lebensnotwendig sind. Sie sind eine solide Basis, um in diesem Leben Zufriedenheit und Erfüllung zu finden.

SBS Werlte - St. Sebastianus

Als Schutzpatron hat sich unsere Bruderschaft den Heiligen Sebastianus ausgewählt. Das Patronatsfest des Hl. Sebastianus ist der 20. Januar.

Sebastianus war Kommandeur der Leibwache des römischen Kaisers Diokletian (284 - 305). Seine Stellung erlaubte es ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, Mut zuzusprechen und auch Römer zu bekehren. Da er die Christenverfolgung bekämpfte und sich somit der Staatsgewalt widersetzte, wurde er in Gewahrsam genommen.

Von Kaiser Diokletian angeklagt, wurde er auf dessen Befehl an einen Baum gebunden und von den Pfeilen numidischer Bogenschützen durchbohrt. Für tot gehalten, nahm ihn die Witwe des Märtyrers Kastulus, vormals christlicher Kämmerer am Hofe des Kaisers, zu sich und pflegte ihn gesund. Wiederhergestellt, trat er dem erstaunten Diokletian öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgung vorzuhalten. Er aber ließ ihn mit Knüppeln zu Tode schlagen und die Leiche in die "cloaca maxima" werfen.

Der Christin Lucina erschien Sebastian im Traum und wies ihr den Ort. Sie holte den Leichnam aus den Abwasserkanälen und bestattete ihn zu "Füßen des Apostels", das ist unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad catacumbas. Ein Steinsarg unter einem Tischaltar birgt seine Gebeine.

Sebastians Verehrung ist in Rom schon im 4. Jahrhundert nachgewiesen. Besonders die Szene eines von Pfeilen durchbohrten Märtyrers gab der Bildenden Kunst seit der Renaissance reizvolle Gestaltungsmöglichkeiten. Seit dem Jahr 354 wird das Fest des heiligen Märtyrers am 20. Januar gefeiert.

Anlässlich unseres Jubelschützenfestes im Juli 1979 wurde ein lebensgroßes Standbild des Hl. Sebastian hergestellt und am Christus-König-Sonntag eingeweiht. Es wurde aufgestellt in der St. Sixtus-Pfarrkirche zu Werlte. Das Standbild wurde angefertigt in der Holzschnitzerei F.M. Meininger, Gilching bei München.

Es zeigt den Heiligen Sebastianus nicht wie üblich an der Martersäule, sondern als römischen Centurio (Offizier). In der linken Hand hält die Statue eine Keule, in der rechten Hand einige Pfeile. Auf dem Knauf seiner Tunica (römischer Umhang) ist das bekannte Sebastianuskreuz eingraviert. Die Kosten des Kunstwerkes von seinerzeit rd. 15.000 DM wurden ausschließlich aus Spenden finanziert.